Schaffell entstauben und bürsten – so hältst du es sauber ohne zu waschen

Waschen ist nicht immer nötig. Tatsächlich ist es bei Schaffell sogar besser, wenn man es so selten wie möglich wäscht – jeder Waschgang belastet die Wollfasern und die Lederseite. Was viele aber unterschätzen: Wie viel Pflege ein Schaffell zwischen den Wäschen braucht, damit es wirklich schön bleibt.

Staub, Haare, feine Schmutzpartikel – das sammelt sich in der Wolle an, ohne dass man es sofort sieht. Irgendwann wirkt das Fell stumpf, etwas flach, leicht unangenehm. Dabei wäre es mit ein bisschen regelmäßiger Pflege gar nicht so weit gekommen.

Entstauben: Der erste Schritt, den die meisten überspringen

Bevor man zur Bürste greift, lohnt es sich, das Schaffell kurz auszuschütteln oder draußen vorsichtig auszuklopfen. Nicht mit Kraft – einfach so, dass lose Partikel herausfallen. Ein Schaffell das in der Wohnung liegt nimmt mehr Staub auf als man denkt, besonders wenn es viel benutzt wird oder Haustiere im Haushalt sind.

Wer kein Außenbereich hat, kann das Fell auch über eine Stuhllehne hängen und mit der flachen Hand leicht dagegen klopfen. Das reicht für eine kurze Entstaubung völlig aus.

Einige legen das Fell bei leichtem Frost auch kurz nach draußen – das ist kein Mythos, auch wenn es nicht für alle Situationen praktisch ist. Kälte lässt die Fasern ein wenig straffen und Gerüche gehen damit leicht heraus. Eine Waschalternative ist das nicht, aber als kleine Auffrischung funktioniert es überraschend gut.

Schaffell bürsten – womit und wie

Die eigentliche Pflege kommt durch das Bürsten. Dafür braucht man keine teure Spezialausrüstung, aber das Material der Bürste macht tatsächlich einen Unterschied. Metallzinken oder harte Kunststoffborsten können die Wollfasern aufrauen oder sogar herausziehen. Besser geeignet sind Bürsten mit weichen Naturborsten oder speziellen Fell-Bürsten, wie sie für Lammfell und Schaffell erhältlich sind.

Die Bewegung beim Bürsten ist einfach: in Wuchsrichtung der Fasern, gleichmäßig und ohne zu drücken. Man spürt recht schnell, in welche Richtung die Wolle liegt – einfach mit den Fingern darüberstreichen, dann wird es klar.

Bei verfilzten Stellen nicht einfach drüber bürsten. Lieber ein paar Mal kurz und sanft an der Verfilzung ansetzen, von außen nach innen arbeiten. Zu viel Druck zieht die Fasern auseinander, anstatt sie zu lösen.

Wie oft ist sinnvoll

Das hängt stark davon ab, wie intensiv das Schaffell benutzt wird. Ein Fell das täglich als Sitzunterlage dient, profitiert von einer kurzen Bürstpflege einmal pro Woche. Dekorative Felle die wenig Kontakt haben, brauchen das seltener – alle zwei bis drei Wochen reicht dann.

Ein guter Rhythmus: kurzes Entstauben bei jedem Lüften der Wohnung, gründlicheres Bürsten einmal im Monat. Das klingt nach Aufwand, dauert in der Praxis aber nur wenige Minuten.

Was das Bürsten wirklich bringt

Das Offensichtliche ist: die Wolle bleibt locker und flauschig statt flach und stumpf. Aber es gibt noch etwas, das weniger bekannt ist. Regelmäßiges Bürsten verhindert, dass sich Schmutzpartikel tief in die Fasern einarbeiten. Je länger sie dort bleiben, desto schwerer sind sie später beim Waschen herauszubekommen. Pflege zwischen den Wäschen verlängert also nicht nur die Zeit bis zur nächsten Wäsche – sie macht die nächste Wäsche auch einfacher.

Wer sein Fell außerdem regelmäßig auffrischen möchte, ohne es gleich zu waschen, kann Bürsten mit Lüften kombinieren. Das reicht für die meisten Alltagssituationen vollkommen aus.

Ein letzter Hinweis der oft vergessen wird: Nach dem Bürsten das Fell kurz in Form legen. Wollfasern haben ein gewisses Gedächtnis – wenn man das Fell nach der Pflege flach auslegt oder hängt, sieht es schnell wieder ordentlich aus.