Das Rens-Schaffell von IKEA ist wahrscheinlich das meistgekaufte Schaffell in deutschen Wohnzimmern. Es kostet wenig, sieht frisch aus der Verpackung gut aus – und früher oder später stellt sich die Frage, wie man es eigentlich waschen soll.
Das Problem: Das Etikett gibt nicht immer eine klare Antwort. Und wer einfach nach allgemeiner Schaffell-Pflege sucht, bekommt Anleitungen für hochwertige Naturfelle, die mit dem Rens wenig zu tun haben.
Was das Rens-Schaffell wirklich ist
Hier lohnt sich ein kurzer Blick auf das Produkt selbst. Das Rens wird von IKEA als echtes Schaffell verkauft – aber die Verarbeitung ist auf Massenproduktion ausgelegt. Die Lederseite ist dünner als bei handverarbeiteten Fellen, die Wolle oft kürzer und dichter gewebt. Das ist keine Kritik, nur eine Einordnung: Das Material reagiert beim Waschen etwas anders als ein dickeres Naturfell.
Manche Varianten des Rens haben ein Etikett das Maschinenwäsche bei 40 Grad erlaubt – das ist ungewöhnlich für echte Schaffelle und ein Hinweis darauf, dass die Verarbeitung robuster ausgelegt ist. Trotzdem gilt: lieber kühler und schonender waschen als das Etikett voll ausreizen.
So wäscht man es am sichersten
Wollwaschgang, 30 Grad, niedriger Schleudergang. Ein Lammfell- oder Wollwaschmittel – kein normales Vollwaschmittel, kein Weichspüler. Das Fell am besten in ein Wäschenetz legen, damit die Lederseite nicht direkt an der Trommel reibt.
Was beim Rens häufiger vorkommt als bei anderen Fellen: Die Lederseite wird nach dem Waschen steif, manchmal fast lederartig fest. Das liegt an der dünneren Verarbeitung. Dagegen hilft, das Fell nach dem Trocknen ausgiebig mit den Händen zu kneten und zu formen, solange es noch ganz leicht feucht ist. Das klingt ungewohnt, macht aber tatsächlich einen Unterschied.
Manche berichten, dass sie dem Spülwasser einen kleinen Schuss Haarspülung beigeben – das klingt improvisiert, hat aber einen Hintergrund: Wollwaschmittel mit Lanolin macht dasselbe auf chemischer Basis. Wer kein Spezialwaschmittel zur Hand hat, kann das als Notlösung versuchen. Besser ist aber ein richtiges Lammfellwaschmittel das genau für diesen Zweck formuliert ist.
Trocknen – der kritische Teil
Flach trocknen, keine Heizung, kein Trockner. Das gilt für alle Schaffelle, beim Rens aber besonders. Die dünne Lederseite reagiert auf Wärme schneller mit Verhärtung als dickere Felle.
Nach dem Waschen das Fell zunächst in ein Handtuch einrollen um überschüssiges Wasser aufzunehmen, dann flach auslegen. Wer ein Trocknungsnetz hat, nutzt es hier – die Luftzirkulation von unten hilft besonders bei der dichten Wolle des Rens.
Trocknungszeit liegt je nach Raumtemperatur bei einem bis zwei Tagen. Das Fell dabei gelegentlich umdrehen und kurz in Form ziehen.
Wenn das Rens nach dem Waschen anders aussieht
Das passiert. Die Wolle wirkt nach der ersten Wäsche manchmal etwas flacher oder struppiger als vorher. Das ist kein Schaden – es ist einfach die Wolle die ihre Struktur verloren hat. Mit einer weichen Fellbürste nach dem vollständigen Trocknen kann man die Fasern wieder auflockern. Das dauert ein paar Minuten, und danach sieht das Fell wieder ordentlich aus.
Wer sein Rens-Schaffell regelmäßig pflegt und nicht zu oft wäscht, hat lange Freude daran. Die meisten Probleme entstehen durch zu heißes Waschen oder falsches Trocknen – beides lässt sich leicht vermeiden.